Kultur- und Kreativwirtschaft – ein Innovationsmotor für die Region

Die Rolle der Kultur- und  Kreativwirtschaft hat sich gewandelt. Spielte sie in wirtschaftspolitischen Überlegungen der 80er und 90er Jahren bestenfalls als so genannter weicher Standortfaktor eine Rolle, steht das kreative Schaffen heute selbst im Fokus des Interesses.

Längst ist klar: Ein Auto wird nicht mehr nur wegen seiner technischen Daten und Fahreigenschaften gekauft, es hat sich zu einem Lifestyle-Produkt entwickelt. Wer telefonieren will, greift nicht mehr einfach nur zum Handy. In Zeiten von iPhone & Co ist das Smartphone längst ein innovatives Gesamtkunstwerk geworden. Bei vielen Konsumgütern sind die Verpackung, das Logo, die Marke und der Werbeclip das eigentliche Verkaufsargument. All das wäre ohne das Zutun von kreativen Köpfen nicht mehr vorstellbar.

Kreatives Potenzial für Karlsruhe

Die Kultur- und Kreativwirtschaft birgt großes Potenzial, um die Wirtschaftskraft am Kreativstandort  Karlsruhe nachhaltig zu stärken. In Baden-Württemberg sind über 210.000 Menschen in der Kreativwirtschaft erwerbstätig, damit liegt der Wirtschaftszweig bereits heute auf Platz 3 der beschäftigungsstärksten Branchen. Karlsruhe ist mit rund 15.000 Erwerbstätigen ein Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft im Südwesten. Jedes 9. Unternehmen gehört zu diesem Sektor.

Karlsruhe gilt als idealer Nährboden für neue Talente, neue Ideen und neue Geschäftsmodelle. Von den derzeit mehr als 40.000 Studierenden an den acht Hochschulen sind rund 20% in kreativ-affinen Studiengängen eingeschrieben. Den hier ausgebildeten kreativen Köpfen sollen möglichst gute Rahmenbedingungen zur beruflichen Entwicklung gegeben werden.

Gerade jungen Unternehmen bietet die Region ausgezeichnete Bedingungen, bescheinigt die Studie des Fraunhofer ISI „Potenzialanalyse Kreativpark Karlsruhe“: Die Stärken der Stadt liegen auf den technologienahen Feldern der Kreativwirtschaft. Insbesondere die Schnittstelle zwischen Technologie, Design, Kunst, Forschung und Wissenschaft birgt Potentiale für Innovationen. Innovationen und neue Marktnischen entstehen oftmals auch im Zusammenwirken mit anderen Branchen, daher wird in Karlsruhe ein breiter Mix der unterschiedlichen KKW-Bereiche angestrebt und gefördert.

Karlsruhe verfügt darüber hinaus über eine sehr lebendige und vielfältige kulturelle Szene, die einen wesentlichen Anteil am besonderen Charakter des Kreativstandorts hat. Besucherstarke Messen wie die „art Karlsruhe“ und die „Eunique" aber auch bedeutende Institutionen wie das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) stärken auch überregional das Image der Stadt als Kultur- und Kreativstandort.