Viel Neues im Osten - Alter Schlachthof wird zum Kreativpark

Auf dem ehemaligen Schlachthof in der Oststadt tut sich einiges. Dort wo noch bis 2006 Fleisch und Wurst verarbeitet wurde, entsteht auf gut sieben Hektar ein neues Quartier für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Karlsruhe - der Kreativpark Alter Schlachthof. Hier sollen kreative Köpfe in einem inspirierenden Umfeld zusammenarbeiten und neue zukunftsträchtige Arbeitsplätze geschaffen werden.

In den letzten beiden Jahren gingen bereits mehrere der denkmalgeschützten Bestandsgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert umstrukturiert und renoviert in Betrieb. Aufstrebende Kreativunternehmen wie die Werbeagentur Raumkontakt, die Internetstrategieberatung Netzstrategen, das Büro für Gestaltung Zwoelf oder auch die Bildhauerin Antje Bessau haben dort eine neue und außergewöhnliche Bleibe gefunden.
Das Areal hat sich in den letzten Jahren aber auch zu einem wichtigen Kulturquartier entwickelt, so sind Einrichtungen wie das Kulturzentrum Tollhaus, das Substage oder der Jazzclub hier beheimatet.

Im Frühjahr 2013 wurde ein weiteres wichtiges Puzzleteil im Rahmen der Umnutzung des alten Schlachthofgeländes verwirklicht. Das Gründerzentrum Perfekt Futur ging in der ehemaligen Schweinemarkthalle an den Start. Ende April konnten die ersten Gründerinnen und Gründer einziehen. Nicht nur architektonisch ist das Gebäude ein echter Hingucker, auch in Sachen Konzeption sucht das Zentrum seinesgleichen.

Wo einst Schweine ihre Abnehmer fanden, stehen heute rund 70 Seefrachtcontainer über- und nebeneinander gestapelt. Sie dienen als Büroräume für neue Kreativunternehmen. Das Gründerzentrum war schon früh ein fester Bestandteil des neuen Nutzungskonzeptes für den ehemaligen Schlachthof als Kreativpark. Die Nachfrage nach den Flächen dort ist groß, in den letzten zwei Jahren sind mehr als 150 Bewerbungen eingegangen. Seit November 2012 hat das von Wirtschaftsförderung und vom Kulturbüro des Kulturamts gemeinsam betriebene K3 Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro zusammen mit der Fächer GmbH und Branchenexperten über ihren Einzug entschieden. Rund 30 Firmen und Freelancer wurden bisher ausgewählt. Ganz bewusst sollten nicht alle Container gleich von Beginn an besetzt werden, sodass für eine gute Idee auch in den kommenden Monaten noch ein Platz da sein wird. Diese haben die Jungunternehmer zweifelsohne. Der Großteil der Geschäftsideen stammt aus dem Medien-, Design- und IT-Bereich, aber auch andere Felder sind mit starken Ideen vertreten. So ziehen Spieleentwickler, eine Produktdesignerin, ein Hiphop-Portal, eine Modedesignerin oder Fachleute für Werbung und Marketing in die Container ein.

K³ Büro bietet Rundum-Betreuungspaket

Gerade zu Beginn wartet auf viele der Gründerinnen und Gründer ein Spagat zwischen der eigenständigen künstlerischen Tätigkeit und der Vermarktung ihrer Produkte. Die Idee und den passenden Markt müssen die Kreativen selbst finden. Das K3 Büro hilft aber dabei, die passende Unternehmensstruktur aufzubauen und die Produkte erfolgreich zu vermarkten. Die Unterstützung reicht von Gründerseminaren zu betriebswirtschaftlichem Knowhow, von Netzwerkmeetings bis zur individuellen Beratung beim Businessplan - ein kostenloses Rundum-Betreuungspaket eben. Auch wenn die ersten Gründerfirmen schon in das Perfekt Futur eingezogen sind, können sich Kreative weiterhin online um einen Containerplatz bewerben.

Neubau 2015 bezugsfertig -  weitere Räume für StartUps geplant

Nachdem bislang die Umgestaltung und Vermarktung der Bestandsflächen im Mittelpunkt standen, liegt der Schwerpunkt für die kommenden Jahre auf der Entwicklung der Grundstücke auf dem ehemaligen Viehhof Richtung Messplatz. Im Juli 2015 wird dort das erste große Neubauvorhaben abgeschlossen, ein nach Angaben der Bauherren „architektonisch hochwertiges und energetisch anspruchsvolles Bürogebäude“. Das rund 8.500 qm große Gebäude ist das größte Büro-Passivhaus in Baden-Württemberg und bietet Büroflächen auf höchstem Niveau, versprechen die Initiatoren der Karlsruher Firma Vollack, die das Gebäude konzipiert haben und in Eigenregie umsetzen.

Aber auch die Stadt plant weitere Aktivitäten für kleinere und mittlere Unternehmen mit einem etwas bescheideneren Mietbudget. So soll in unmittelbarer Nachbarschaft zum Perfekt Futur ein rund 3.500qm großes sog. Festigungs- und Wachstumszentrum – so der Arbeitstitel –entstehen, um jungen Unternehmen aus den Kreativbranchen, die aus dem Gründerzentrum herausgewachsen sind, eine Entwicklungsperspektive auf dem Gelände zu bieten. Der Architekturwettbewerb dafür läuft noch bis Ende September 2015. Die Eröffnung ist für Anfang 2018 anvisiert.
 

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