Finanzhilfen für Kultur- und Kreativschaffende in der Corona-Krise

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist durch Veranstaltungsabsagen, Auftragsstornierungen oder wegbrechende Einnahmen aus Ticketverkäufen und den ersatzlosen Wegfall von Gagen besonders hart und zum Teil existenziell von den Folgen der Covid-19 Pandemie getroffen. Sie braucht deshalb dringend Hilfe, um die großen Belastungen auszugleichen. So setzt sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters für Hilfspakete ein, die diesen Wirtschaftsbereich besonders stützen sollen.

Wir stellen euch hier einige bereits umgesetzte Maßnahmen vor, die euch finanziell zumindest in den nächsten Wochen etwas entlasten und unterstützen könnten.

Wir werden diese Infos ständig erweitern und aktualisieren!

Bleibt gesund!

Überblick über die aktuellen Maßnahmen

  1. Soforthilfe für Künstlerinnen und Künstler des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

    Der Landtag von Baden-Württemberg hat ein Soforthilfeprogramm Corona beschlossen, das sich an Soloselbständige sowie Klein- und Kleinstunternehmen auch der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie an Angehörige der Freien (auch künstlerisch-publizistischen) Berufe in Baden-Württemberg richtet. Um deren wirtschaftliche Existenz zu sichern und Liquiditätsengpässe zu kompensieren, kann ein einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss für drei Monate gewährt werden.

    Antragsberechtigt sind

    • Soloselbstständige: Im Bereich Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft sind dies beispielsweise bildende oder darstellende Künstlerinnen und Künstler, Musikerinnen und Musiker, Kreativschaffende, Designerinnen und Designer, Architektinnen und Architekten, die mit ihrer selbstständigen Tätigkeit das Haupteinkommen oder zumindest ein Drittel des Nettoeinkommens eines Haushalts bestreiten.
    • Klein- und Kleinstunternehmen bis maximal 50 Beschäftigte: Im Bereich Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft können das beispielsweise Institutionen sein wie Privattheater, privat getragene Musikensembles, private Musikschulen und Kunstschulen, private Museen, Galerien und Kunsthändler, Künstleragenturen, Kleinkunstbühnen, Soziokulturelle Zentren, Kinos, Designbüros, Aus- und Fortbildungseinrichtungen für künstlerische und publizistische Tätigkeiten. Hierunter fallen auch Institutionen in der Trägerschaft gemeinnütziger Vereine, die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen.
    • Angehörige der Freien Berufe: Im Bereich Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft sind dies beispielsweise freischaffende bildende oder darstellende Künstlerinnen und Künstler, Kunst- und Theaterpädagoginnen und -pädagogen, Musikerinnen und Musiker, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Journalistinnen und Journalisten oder Übersetzerinnen und Übersetzer.

    Die Förderung erfolgt ohne Rechtsanspruch als einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss zunächst für drei Monate. Die Obergrenze für die Höhe der Förderung entspricht dem unmittelbar infolge der Corona-Pandemie verursachten Liquiditätsengpass oder entsprechenden Umsatzeinbruch, maximal jedoch den im Folgenden genannten Förderbeträgen:

    • 9.000 Euro für antragsberechtigte Soloselbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu fünf Beschäftigten
    • 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigen,
    • 30.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigen.
       

    Das Antragsformular findet ihr hier >>

    Weitere Infos dazu, wer antragsberechtigt ist, wie die Förderung abläuft und welche Unterlagen benötigt werden, findet ihr hier >>

    Die Soforthilfe des Landes-Baden-Württemberg sind mit den Bundesmitteln kumulierbar, sofern ein Liquiditätsengpass oder Umsatzeinbruch weiterhin besteht. Weitere Infos zu den Bundesmitteln findet ihr direkt im nächsten Beitrag.

  2. Direktzuschüsse/Soforthilfe für Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe des Bundes

    Besondere Unterstützungsmaßnahmen des Bundes gelten für kleine Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Diesen Unternehmen soll schnell und unbürokratisch geholfen werden. Zur Sicherstellung ihrer Liquidität erhalten sie eine Einmalzahlung für drei Monate – je nach Betriebsgröße in Höhe von bis zu 9.000 Euro (bis zu fünf Beschäftigte/Vollzeitäquivalente) bzw. bis zu 15.000 Euro (bis zu zehn Beschäftigte/Vollzeitäquivalente). Damit sollen insbesondere die wirtschaftlichen Existenz der Antragsteller gesichert und akute Liquiditätsengpässe wegen laufender Betriebskosten überbrückt werden, zum Beispiel Mieten und Pachten, Kredite für Betriebsräume oder Leasingraten.

    Die Soforthilfe des Landes-Baden-Württemberg sind mit den Bundesmitteln kumulierbar, sofern ein Liquiditätsengpass oder Umsatzeinbruch weiterhin besteht.

    Bis zur Mitte nächster Woche, soll laut Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie in allen Bundesländern klar sein, welche Behörde das Geld auszahlt, wohin man sich wenden muss. Und es soll so unbürokratisch wie möglich gehen, wo immer möglich auch elektronisch. Wir halten euch auf dem Laufenden.

    Weitere Infos dazu findet ihr hier >>

  3. Beantragung von Arbeitslosengeld, Grundsicherung

    Kleinunternehmer und Soloselbständige verfügen in aller Regel nicht über eine Arbeitslosenversicherung. Damit ihre Existenz nicht bedroht ist, wird der Zugang zu Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), insbesondere dem Arbeitslosengeld II, vereinfacht. Unter anderem greift hier für sechs Monate eine wesentlich vereinfachte Vermögensprüfung. Aufwendungen für Unterkunft und Heizung werden für die Dauer von sechs Monaten ab Antragstellung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Damit ist der Verbleib in der Wohnung erst einmal gesichert. Die Leistungen werden schnell und unbürokratisch zunächst für sechs Monate gewährt. Die Selbständigkeit muss wie bisher beim Bezug von Leistungen nicht aufgegeben werden. Um den Kinderzuschlag zu gewähren, werden nicht mehr Einkommensnachweise der letzten sechs Monate vor Antragstellung herangezogen, sondern der Nachweis des aktuellen Einkommens im letzten Monat vor Antragstellung. Damit erhalten auch diejenigen den Kinderzuschlag, die einen plötzlichen Einkommensverlust erlitten haben.

    Zur Agentur für Arbeit Karlsruhe geht es hier >>

  4. Zahlung von Beiträgen zur Sozialversicherung

    Künstler*innen und Publizist*innen, die in der Künstlersozialkasse versichert sind, können zum einen eine Änderungsmitteilung darüber machen, dass sich ihr Arbeitseinkommen ändert, beantragen. Das Formular ist hier zu finden. Zum anderen räumt die KSK auch die Möglichkeit ein, die KSK-Beiträge zinslos zu stunden. Dass bedeutet, dass die monatlichen Beitragszahlungen zwar nach wie vor entstehen, aber an die Künstlersozialkasse nicht vor Juli 2020 gezahlt werden müssen.

    Weitere Informationen zum Antrag gibt es hier >>

    Voraussetzung für eine Versicherung durch die Künstlersozialkasse ist ein jährliches Mindesteinkommen von 3.900 Euro. Bei einer lediglich vorübergehenden Unterschreitung dieser Geringfügigkeitsgrenze (bis zu zweimal in einem Zeitraum von sechs Kalenderjahren) bleibt die Versicherungspflicht ohne Unterbrechung bestehen. Hierzu sind weitere Informationen unter der Ziffer 2.2. in diesem PDF zu finden.
    KSK-abgabepflichtige Unternehmen können versuchen, bei der Künstlersozialkasse eine Stundung von Zahlungen der Künstlersozialabgabe zu erwirken.
    Die Künstlersozialkasse gibt hier weitere Hinweise für selbständige Künstler*innen, Publizist*innen und abgabepflichtige Unternehmen im Zusammenhang mit Coronavirus.

    Weitere Infos dazu gibt es hier >>

    Wer keine Einnahmen erzielen kann, weil z. B. Konzerte, Ausstellungen u. ä. abgesagt werden, hat zudem die Möglichkeit, Leistungen nach dem Zweiten Buch, Sozialgesetzbuch (ALG II) zu beantragen.

  5. Beiträge zur Krankenkasse senken

    Als Selbständige könnt Ihr Euch bei Eurer Krankenkasse erkundigen und darum bitten, aufgrund der wesentlich geringeren Umsatzprognose Eure Beiträge auf den Mindestbeitragssatz herabzusetzen.

  6. Aussetzung und Herabsetzung von Steuerzahlungen

    Um steuerliche Erleichterungen schnell, unkompliziert und unbürokratisch gewähren zu können, gelten vereinfachte Stundungsregelungen für Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer. Die Stundung ist zinslos und beträgt vorerst drei Monate.

    Eine Stundung ist rechtlich ausgeschlossen, soweit es sich um Lohnsteuer oder Kapitalertragsteuer handelt und für alle Beträge, die bereits gezahlt sind.

    Allerdings besteht für Steuerabzugsbeträge (Lohnsteuer oder Kapitalertragsteuer) die Möglichkeit, einen Antrag auf Vollstreckungsaufschub beim Finanzamt einzureichen.

    Herabsetzung von Steuervorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer) sowie des Steuermessbetrages für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen sind ebenfalls möglich.

    Dies betrifft entsprechende Vorauszahlungen ab Q2/2020 (Mitte Juni 2020).

    Am besten direkt an das zuständige Finanzamt wenden.

    Zum Finanzamt Karlsruhe

    Wer einen Steuerberater hat, sollte diesen nun dringend kontaktieren und folgende Möglickeiten prüfen lassen:

    -fällige Steuernachzahlungen aus den Vorjahren stunden lassen
    - die Vorauszahlungen (zunächst) für das zweite Quartal 2020 anpassen zu lassen bzw. auf Null Euro herabzusetzen.

    Das Antragsformular des Finanzamtes der Stadt Karlsruhe ist nun online

    Zusammenfassend können folgende Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquidität ergriffen werden, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind

    1. Antrag Erstattung Umsatzsteuer-Sondervorauszahlungen (USt 1/11 wegen Dauerfristverlängerung)
    2. Stundung Umsatzsteuer Februar/März ff
    3. Stundung der Sozialversicherungsbeiträge (Antrag für März bis heute 26. März.2020!!, bitte Punkt 3 dieser Mail beachten)
    4. Beantragung Soforthilfe
    5. Antrag auf Kurzarbeitergeld
    6. Herabsetzung Einkommen- bzw. Körperschaftssteuervorauszahlungen und Gewerbesteuermessbetrag
    7. KfW-Fördergelder bzw. KK-Linie bei Ihrer Bank erhöhen
  7. Kurzarbeitergeld

    Unternehmen mit mindestens einem*r Mitarbeiter*in können Kurzarbeitergeld beantragen. Ab dem 15.3.2020 gilt ein leichterer Zugang zum Kurzarbeitergeld: Die Neuregelungen für die Kurzarbeit sollen Beschäftigte und Unternehmen unterstützen, die von den Folgen des Coronavirus betroffen sind. Das Gesetz ist am Sonntag, den 15.3.2020 in Kraft getreten. Rückwirkend zum 1. März können Betriebe Kurzarbeitergeld nun bereits nutzen, wenn nur zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Bislang musste das ein Drittel der Arbeitnehmer sein.

    Beim Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn eine Firma ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schickt. Den Arbeitgebern sollen außerdem die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden erstattet werden. Arbeitgeber*innen können Kurzarbeitergeld beantragen, wenn mindestens 10 Prozent der Belegschaft von einem erheblichen Arbeitsausfall betroffen ist. Die Maßnahme soll Unternehmen helfen, bei eingebrochenem Geschäft Mitarbeiter*innen zu halten. Kurzarbeitergeld gibt es nicht für geringfügig Beschäftigte.
    Unternehmen müssen im Bedarfsfall zunächst Kurzarbeit anzeigen, bevor sie sie beantragen. Dies geschieht bei der zuständigen Agentur für Arbeit oder online über das Online-Portal „meine eServices“, wenn das Unternehmen bereits einen Account für das Portal hat.
    Informationen über die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld und Videoanleitungen gibt die Webseite der Bundesagentur für Arbeit.

    Video: So beantragen Sie Kurzarbeitergeld

    Merkblatt zu Kurzarbeitergeld

    Wichtig ist, dass betroffene Unternehmen Kurzarbeit bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen.

    Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt
    Kostenfreie Telefonnummer für Arbeitgeber ist 0800 4 5555 20
    Telefonsprechzeiten:
    Montag - Freitag: 8:00-18:00 Uhr

    Eine persönliche Vorsprache ist nicht notwendig. Alternativ ist auch die Kontaktaufnahme per Kontaktformular beim Arbeitgeberservice möglich

  8. Notfall-Kinderzuschlag (KiZ)

    Der Kinderzuschlag ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für erwerbstätige Eltern, die genug für sich selbst verdienen, aber bei denen es nicht oder nur knapp reicht, um auch für den gesamten Bedarf der Familie aufzukommen. Eltern, die in der aktuellen Krise nicht arbeiten können, da sie ihre Kinder betreuen müssen und folglich Einkommenseinbußen haben, können bei der Bundesagentur für Arbeit den sogenannten Notfall-KiZ beantragen. Der Notfall-KiZ kann auch von selbständigen Eltern beantragt werden und umfasst einen monatlichen Zuschlag von bis zu 185 Euro pro Kind. Wer Kinderzuschlag erhält, ist zudem von den Kita-Gebühren befreit und kann zusätzliche Leistungen für Bildung und Teilhabe beantragen. Familien, die ab dem 1.04.2020 einen Antrag auf den KiZ stellen, müssen nicht mehr das Einkommen der letzten sechs Monate nachweisen, sondern nur das des letzten Monats vor der Antragstellung.

    Um zu prüfen, ob ein Anspruch auf KiZ gilt, steht ein KiZ-Lotse der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. 

    Der Antrag ist digital ab dem 1. April 2020 einzureichen.

  9. Finanzhilfen  für Kultur- und Kreativschaffende in der Corona-Krise,Foto: Zerbor/Shotshop.com

    Liquiditätshilfen

    Im Zusammenhang mit dem Coronavirus kann bei Liquiditätsproblemen auf Fördermöglichkeiten des Landes Baden-Württemberg und des Bundes zurückgegriffen werden.

    Finanzielle Unterstützungsangebote des Bundes
    KfW-Corona-Hilfe für Unternehmen

    Finanzielle Unterstützungsangebote des Landes Baden-Württemberg
    Programmangebot der L-Bank bei abflauender Konjunktur und Krisensituationen

    Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg vergibt Bürgschaften bis 2,5 Millionen Euro

    Exportkreditgarantien
    Auslandsgeschäftsabsicherung der Bundesrepublik Deutschland

  10. Miete

    Um Kündigungen von Mieträumen wie Ateliers, Proberäumen und Clubs zu vermeiden, hat die Bundesregierung den Kündigungsschutz für Mieter*innen geändert und Zahlungsaufschübe für Verbraucher*innen und Kleinstgewerbetreibende ermöglicht. Wenn Mieter*innen aufgrund von Auswirkungen des Corona-Virus ihre Miete nicht mehr zahlen können und es zu Mietrückständen kommt, ist das Recht der Vermieter*innen zur Kündigung für einen Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 eingeschränkt. Die Pflicht des Mieters oder Pächters zur Zahlung bleibt allerdings bestehen. Die Zahlungsrückstände aus diesem Zeitraum berechtigen die Vermieter*innen nur nicht zur Kündigung. Erst wenn der Mieter oder Pächter die Zahlungsrückstände auch nach dem 30. Juni 2022 noch nicht beglichen hat, kann ihm wieder gekündigt werden. Diese Regelungen sollen verhindern, dass infolge vorübergehender Einnahmeausfällte durch den Corona-Virus Wohnraummieter*innen ihr Zuhause und Mieter oder Pächter gewerblicher Räume und von Grundstücken die Grundlage ihrer Erwerbstätigkeit verlieren. Die Bundesregierung behält sich vor diese Maßnahme ggf. zu verlängern.

    Gehen Sie in jedem Fall auf Ihre Vermieter zu und sprechen Sie offen und frühzeitig an, wenn Sie Probleme mit der Mietzahlung haben. In den meisten Fällen wird sicher momentan eine Stundung möglich sein und man findet einen gemeinsamen Weg.

  11. Hilfsprogramm für die Film- und Medienbranche, Foto: MfG Baden-Württemberg

    Hilfsprogramm für die Film- und Medienbranche

    Die MFG Baden-Württemberg beteiligt sich mit rund 550.000 Euro an einem Hilfsprogramm für die Film- und Medienbranche, das die Bundes- und Länderförderer gemeinsam entwickelt haben.

    Das Hilfsprogramm ist am Freitag (27. März 2020) in Kraft getreten und bezieht sich auf von verschiedenen Fördereinrichtungen gemeinsam geförderte Projekte und soll dort greifen, wo alle anderen im Kontext der Corona-Krise ergriffenen Hilfsmaßnahmen und Förderprogramme des Bundes und der Länder nicht in Anspruch genommen werden können.

    Maßnahmen des Hilfsprogramms gibt es für die Bereiche Produktion, Verleih und Kino!

    Weitere Infos findet ihr hier >>

  12. Soforthilfen, Foto: BrianAJackson/Shotshop.com

    Soforthilfen der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL)

    Über die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) können Inhaber*innen eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro beantragen, wenn sie durch virusbedingte Veranstaltungsabsagen Honorarausfälle erlitten haben.
    Betroffene wenden sich zur Beantragung bitte direkt an die GVL

  13. Unterstützung durch den Sozialfonds der VG WORT

    Es werden Beihilfen für in Not geratene Wortautoren und Verleger gewährt. Für den Antrag sind detaillierte Angaben zu Einkünften und Vermögenslage notwendig.

    Weitere Informationen finden Sie hier

    Sowie die Richtlinien des Sozialfonds hier

  14. Förder- und Sozialfonds der VFF mbH

  15. Aussetzung der Insolvenzpflicht

    Wenn Kreativunternehmen zahlungsunfähig sind, müssen sie innerhalb von drei Wochen Insolvenz beim Insolvenzgericht anmelden. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz setzt bis zum 30.09.2020 die Insolvenzantragspflicht für betroffene Unternehmen aus. Damit soll verhindert werden, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen.

  16. Ausfallhonorare

    Ob Kreative vom Auftraggeber ein Ausfallhonorar bekommt, hängt von den individuellen Vertragsbedingungen ab. Auch mündlich oder per SMS/WhatsApp geschlossene Vereinbarungen sind wirksam. Achtet darauf beim Abschluss neuer Verträge darauf, dass es Regelungen über Ausfallhonorare gibt. Sind in einem Projekt bereits Teilleistungen erbracht worden, besteht zumindest anteilig Anspruch auf das Honorar.

  17. Entschädigung bei Verdienstausfall durch Quarantäne

    Wer auf Grund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über das örtlich zuständige Gesundheitsamt eine Entschädigung beantragen. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler*innen den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid.  Neben dem Verdienstausfall können Selbstständige auch für Betriebsausgaben „in angemessenem Umfang“ entschädigt werden (Paragraf 56 Absatz 4 Infektionsschutzgesetz).

  18. Fördermittel für laufende Projekte

    Ihr setzt gerade mit Hilfe von Fördermitteln ein Projekt um und müsst Veranstaltungen und/oder Reisen absagen? Wie sich das auf die Abrechnung der Fördermittel auswirkt, dazu gibt es keine allgemeingültige Regelung. Wir gehen davon aus, dass die fördernden Stellen die Projektträger in Kürze individuell informieren werden. Zahlreiche Verbände setzen sich aktuell dafür ein, dass die aktuelle Situation sich nicht negativ auf die Zuwendungsempfänger und die beteiligten Kultur- und Kreativschaffenden auswirkt.
    Kulturstaatsministerin Grütters sprach sich auch bei vergebenen Fördermittel auf Bundesebene dafür aus, dass bei einem vorzeitigen Abbruch von geförderten Kulturprojekten und Veranstaltungen aufgrund des neuartigen Coronavirus/COVID-19, es im Rahmen einer Einzelfallprüfung nach dem öffentlichen Haushalts- und Zuwendungsrecht möglich sei, von Rückforderungen für bereits zur Projektdurchführung verausgabter Fördermittel abzusehen.

    Weitere Infos dazu findet ihr hier

    Setzt euch in jedem Fall mit der euch fördernden Stelle in Verbindung, um solche Fragen direkt zu klären.
    Entschädigungszahlungen für ausgefallene Honorare von staatlicher Seite gibt es momentan nicht. Aktuell sind Maßnahmen der Künstlersozialkasse im Gespräch und auch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien hat Unterstützung angekündigt.

    Außerdem sammelt eine Petition Unterschriften für Hilfen für Freiberufler*innen und Künstler*innen während des „Corona-Shutdowns“

  19. Ausfälle dokumentieren

    Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di) empfiehlt verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung von Kulturschaffenden durch öffentliche Hand, Verwerter, Verwertungsgesellschaften, aber auch durch die Medien. Künstlerinnen und Künstler sollten abgesagte und ausgefallene Lesungen und Auftritte mit Datum, Zeit- und Gehaltsangaben sowie Veranstalter (privatwirtschaftlich oder teilweise/komplett öffentliche Hand) dokumentieren. Ebenso sollte eine eigene Schätzung der Verluste auf den Monat oder sogar das Jahr vorgenommen werden.

    Eine Vorlage zur Dokumentation und weitere Infos gibt es hier

  20. Kann ich meine freiwillige Arbeitslosenversicherung nutzen?

    Sollten Sie eine solche freiwillige Sozialversicherung bei der Arbeitsagentur im Rahmen der Existenzgründung abgeschlossen haben, sollten Sie es nicht versäumen, diese nun bei einer Existenzgefährdung in Anspruch zu nehmen. Dazu gibt es jedoch einige Richtlinien, die Sie einhalten müssen, um tatsächlich in den Genuss von Arbeitslosengeld zu kommen.

    Eine Gewerbeabmeldung ist dabei wohl unumgänglich, bitte fragen Sie diesbezüglich unbedingt vorher Ihren Sachbearbeiter bei der Bundesagentur für Arbeit.

  21. Hinweis der GEMA für Veranstalter und Musiknutzer

    Die GEMA hat am 20.März 2020 ein Nothilfe-Programm für Mitglieder*innen für Komponist*innen, Textdichter*innen und Musikverleger*innen beschlossen, die wegen der Corona-Krise in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Notlage geraten sind. Das Programm besteht aus zwei Säulen: Der Schutzschirm-Live ermöglicht eine pauschale Nothilfe, mit der Musikurheber*innen eine Vorauszahlung auf ihre künftigen Ausschüttungen in den Live- und Wiedergabesparten beantragen können. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das GEMA Onlineportal für Mitglieder. ZUm anderen ermöglicht der Corona-Hilfsfonds GEMA-Mitglieder*innen eine einmalige persönliche Übergangshilfe zu beantragen.

    Der Antrag kann ausschließlich online gestellt werden >>


    Die GEMA informiert außerdem darüber, dass für den Zeitraum, in dem Betriebe aufgrund behördlicher Anordnungen zur Eindämmung der Pandemieausbreitung schließen müssen, alle Monats-, Quartals- und Jahresverträge für Lizenznehmer*innen ruhen. Bei Absagen von Veranstaltungen – ggf. auch aufgrund behördlicher Aufforderungen – wird die GEMA einfach und flexibel reagieren.

    Daher werden Veranstalter und Musiknutzer um rechtzeitige Mitteilung von Veranstaltungsausfällen sowie Terminverschiebungen von Konzerten und Veranstaltungen gebeten

    E-Mail: absagecorona@gema.de (Betreff: Veranstaltungsausfall Corona)

  22. Informationen für Bürgerinnen und Bürger

    Die häufigsten Fragen von Bürgerinnen und Bürgern rund um das Coronavirus beantwortet die Stadt Karlsruhe auf dem eigens zu diesem Zweck eingerichteten Portal

    Dort können sich Interessierte zunächst ausführlich informieren, bevor sie sich mit darüberhinausgehenden Fragen an das sehr stark ausgelastete Bürgertelefon wenden. Die dortigen Leitungen werden häufig durch Fragen besetzt, die im Internetportal der Stadt beantwortet sind.

    Die Stadt hat ein Bürgertelefon zum Coronavirus eingerichtet:

    0721/133-3333

    Für Wartezeiten bei der Entgegennahme der Anrufe wird um Verständnis gebeten, da die verfügbare Kapazität begrenzt ist.

    Weiterführende Informationen und Formulare der Stadt Karlsruhe, etwa zum Thema Notfallbetreuung gibt es hier

    Informationen zum öffentlichen Personennahverkehr in Karlsruhe gibt es hier

  23. Kontakt zum Bundeswirtschaftsministerium

    Das Bundeswirtschaftsministerium hat für wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus Hotlines eingerichtet. Die Hotline für Unternehmen ist unter 030/18615 1515 zu erreichen.